Feste, Dorfhaus, Projekte
Bürgerversammlung: Zandts Rathauschef Hans Laumer blickt auf 2024 zurück
Am Freitag hat die Bürgerversammlung der Gemeinde Zandt im Hotel Früchtl stattgefunden. 70 Bürger folgten der Einladung, 36 Personen nahmen außerdem via Internet teil.
Obwohl die sehr engagierte Familienbeauftragte Sandra Miefanger im vergangenen Jahr 22 Familien einen Babybody zur Geburt ihres Kindes überbringen konnte, ergab die Einwohnerstatistik zum 30. Juni zum ersten Mal seit längerem wieder eine leicht gesunkene Einwohnerzahl von insgesamt 2 061.
Finanziell setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre mit steigenden Einnahmen und Ausgaben fort. Das Rechnungsergebnis für das Haushaltsjahr 2024 wies mit 66,8 Millionen Euro abermals ein Rekordvolumen für die Gemeinde aus. Neben dem Personal- und Betriebsaufwand auf der Ausgabenseite sei dies vor allem durch hohe Gewerbesteuerzahlungen der Fa. Zollner auf der Einnahmeseite begründet, so Laumer. Durch Letztere sei es auch möglich gewesen, die Grundsteuerreform in der Gemeinde nahezu aufkommensneutral umzusetzen.
Laumer verwies darauf, dass die Gemeinde aufgrund ihrer Steuerkraft 2026 über elf Millionen Euro Kreisumlage bezahlen wird. Angesichts dieser Summen ist die Gemeinde gut beraten, die Rücklagen auch weiterhin auf einem hohen Stand zu halten, sagte Laumer.
Daneben sei die Gemeinde aber weiterhin in der Lage, kräftig zu investieren – Laumer gab einen Überblick über die Maßnahmen, die das vorangegangene Jahr bestimmt hatten: Neben den Straßenausbaumaßnahmen nach Hinterstocka, am Bäckerweg und an der Stegbachstraße (Bürgersteig) sowie den Erneuerungen in der Dorfstraße, Am Kellerberg und am Birkenweg, wurden 1 560 Meter Kanal- und 364 Meter Wasserleitungen in den Bereichen Flammried, Am Kellerberg, Birkenweg und Kühberg saniert. Insgesamt wurden 2024 im Tiefbaubereich rund 3,1 Millionen Euro ausgegeben.
Zwei neue Praxen
Besonderes Augenmerk lag im letzten Jahr auf dem Neubau des Dorfhauses auf dem ehemaligen Badgelände in Harrling, sagte Laumer. Nach den Rückbaumaßnahmen konnte dort bis zum Jahreswechsel die Gebäudehülle fertiggestellt und mit dem Innenausbau begonnen werden. Allein im Hochbaubereich wurden so 2024 rund 0,9 Millionen Euro gezahlt. Zuletzt habe man sich im Arbeitskreis auf die Auswahl der Spielgeräte für den Spielplatz geeinigt. Bis zum Feuerwehrfest im Sommer soll die neue Mitte in neuem Glanz erstrahlen.
Laumer freute sich über die Eröffnung einer Psychotherapiepraxis an der Ringstraße. Einem glücklichen Umstand sei es zu verdanken gewesen, dass auch noch eine Logopädiepraxis am Rathausplatz als weiterer Baustein im medizinischen und therapeutischen Angebot in der Gemeinde hinzugekommen sei.
Arzt wohl bis 2027 vor Ort
Keinen neuen Stand gibt es hingegen bei der Suche nach einem Zahnarzt. Auch der Allgemeinarzt Dr. Middendorf habe angekündigt, dass er gedenkt, nicht über 2027 hinaus zu praktizieren. Laumer sah die ortsnahe medizinische Versorgung als einen der wichtigsten Punkte für die Zukunft und kündigte an, dass er sich mit aller Kraft um eine Nachfolge bemühen werde. Für den Fall, dass sich ein Arzt für Zandt interessiere, kündigte Laumer an, dass die Gemeinde beim Aufbau einer Praxis unterstützen werde und verwies auf die Planungen für ein Ärztehaus, an denen im Hintergrund gearbeitet werde.
Laumer lobte die Feuerwehrler für ihren Einsatz das ganze Jahr über. Ereignisse wie das Sturmereignis am 27. Juli müssten allen vor Augen führen, wie wertvoll eine gut ausgestattete und funktionierende Feuerwehr im Ernstfall sein kann. Und dass sie funktioniert, habe sie nicht zuletzt auch im Rahmen des 150-jährigen Gründungsfestes der FFW Zandt bewiesen.
Unter dem Motto „Blühende Gemeinde“ hatte Laumer zu berichten, dass wieder rund 42 Hektar Blühflächen geschaffen wurden. Er dankte seinen Mithelfern, allen voran Andreas Brunner, Alexander Kermer und Johannes Laumer, ohne die dieses Pensum nicht mehr zu schaffen wäre.
Gemeinsam mit der Patenkompanie und dem Zweckverband Gewässer III. Ordnung konnte eine Bachrenaturierung in der Trosterau umgesetzt werden, die dann auch im Rahmen der regional veranstalteten Gewässernachbarschaften von Fachleuten als Vorzeigeprojekt in Augenschein genommen wurde. Als beispielhaftes Projekt für Biotopverbunde sei die „Blühende Gemeinde“ aktuell in der engeren Auswahl, um im Bayerischen Landtag präsentiert zu werden.
Thema Energie
Unter der Überschrift Energiewende fasste Laumer einige Punkte zusammen, die die Gemeinde unternimmt und unterstützt, um hier mit der Zeit zu gehen. Neben der energetischen Erneuerung der Turnhallenbeleuchtung, der Sportplatzbeleuchtung und der Straßenbeleuchtung zählte er dazu auch die Inbetriebnahme der E-Ladesäule am Kirchplatz und das kommunale Förderprogramm für Balkonkraftwerke.
Mit der Machbarkeitsstudie und Standortuntersuchung des Planungsbüros Heigl aus Bogen wurde eine Grundlage geschaffen, anhand derer grundsätzlich über Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Gemeindegebiet entschieden werden kann. „In naher Zukunft werden sich die gemeindlichen Anstrengungen um die Energiewende voraussichtlich auf Wärmeplanung sowie weitere Photovoltaikanlagen, insbesondere auf Gemeindegebäuden, konzentrieren“, so Laumer.
Waldkindergartentage
Das Kinderhaus Spatzennest wird im kommenden Kinderhausjahr mit 114 fast ausschließlich aus dem Gemeindegebiet stammenden Kindern voll besetzt sein. Nach wie vor großer Beliebtheit erfreut sich das Mittagessen aus dem Seniorenheim, für das aktuell 56 Kinder angemeldet sind. Viel mehr sei auch organisatorisch nicht mehr möglich, so Laumer. Abzüglich Elternbeitrag finanziert die Gemeinde das Mittagessen pro Jahr mit rund 7 500 Euro. Laumer kündigte an, ab Mai Waldkindergartentage einzuführen, an denen die Kinder dann einen Tag in der Woche in der freien Natur verbringen werden.
Im Wertstoffhof wurde das Büro erneuert und in der Kläranlage ein alternativer Entsorgungsweg für den Klärschlamm untersucht, berichtete Laumer. Für Letzteres liege noch kein endgültiges Ergebnis vor. Für den Gemeindebauhof wurde beschlossen, Ersatz für ein Böschungsmähwerk und einen Pritschenwagen mit Gesamtkosten von rund 140 000 Euro anzuschaffen.
Personelle Veränderungen
Zum Personal gab Laumer bekannt, eine Stelle im Bauhof auszuschreiben, um die gemeindlichen Liegenschaften besser betreuen zu können und auch beim Räum- und Streudienst im Winter flexibler zu werden. Ziel sei es mit der Neueinstellung, auch Kosten für externe Dienstleister, beispielsweise im Bereich Elektroprüfung, einsparen zu können.
Im Rathaus wird Josefine Laumer nach 26 Jahren Dienst am 1. April in die Freistellungsphase der Altersteilzeit eintreten. Ihre Nachfolge tritt dann Christina Zach an, die bereits die letzten zehn Monate zur Einarbeitung in der Gemeindeverwaltung tätig war.
Arbeitskreis Ortschronik
Laumer lobte den Arbeitskreis Ortschronik, der demnächst schon Satz und Druck für das Werk organisieren kann. Im gleichen Atemzug sprach er auch den Jugend-, Inklusions-, Familien- und Seniorenbeauftragten seinen Dank für das mit hohem persönlichen Einsatz verbundene Engagement aus. Als neue Gesundheitsbotschafterin stellte er Sonja Strasser vor.
In der Vorschau auf das laufende Jahr werden der Einbau der Funkwasserzähler, die Neukalkulation der Gebühren und Beiträge für Wasser und Kanal sowie die umfangreichen Baumaßnahmen (zum Beispiel bei der Wasserleitungssanierung vom Meierberg Richtung Riedhof oder beim Dorfhaus in Harrling) das Geschehen in der Gemeinde bestimmen.
Mit Vorfreude blickt Laumer auf die 60-Jahrfeier der Zollner Elektronik AG in Zandt und das 150-jährige Gründungsfest der FFW Harrling.