Ein Ort der Begegnung
Dorfhaus Harrling – die „neue Mitte“– erhielt von Vikar Matthias den kirchlichen Segen: Festlicher Gottesdienst mit den Wolfersdorfer Sängern und den „Godlmusikanten“.
Die Ortschaft Harrling stand am Sonntag ganz im Zeichen der Segnung des Dorfhauses, der „neuen Mitte“. Bei einem Festgottesdienst, zelebriert von Pfarrvikar Matthias Tang – er war zugleich der Schirmherr – erhielt das Gebäude den kirchlichen Segen und ist nun offiziell eröffnet.Bürgermeister Hans Laumer hieß vor Gottesdienstbeginn die vielen Besucher willkommen: „Was lange dauert, wird endlich gut, oder besser gesagt, was länger dauert, wird umso besser.“ Mit Musik der „Godlmusikanten“ und Liedern der „Wolfersdorfer Sänger“ um Leiter Sepp Meindl wurde der festliche Gottesdienst mit vielen Besuchern gefeiert. In seiner Predigt merkte Vikar Matthias an, dass Konflikte zum Leben gehören, in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Kirche. „Aber mit ruhigen Worten, die mehr als laute bewirken, können sie gelöst werden.“ Kyriegebete, Lesung und Fürbitten trugen Kinder und Erwachsene vor.
Dorfhaus soll ein Treffpunkt für alle sein
Am Ende der Feier ging Bürgermeister Laumer auf das Entstehen des Dorfhauses ein. „Wir hatten Glück mit den Firmen, die ein Stück weit auch die Bauleitung übernahmen und Folgegewerke organisierten. Alle haben an einem Strang gezogen. Das Dorfhaus sollte ein Treffpunkt für alle Generationen, für Jung und Alt werden, mit Sitzgelegenheiten, einem Spielplatz für Kinder und für Jugendliche. Dass es uns gelungen ist, sieht man im rückwärtigen Bereich des Gebäudes“, freute sich der Bürgermeister.Eingegangen ist er auf einen besonderen Gegenstand, der aus Harrling stammt und mehrere Jahre sein Dasein bei der Kläranlage fristete und nun vor dem Dorfhaus steht: „Ein Wassergrand, der früher beim Anwesen Schollerer bei der Kirche stand. Nun hat er seine Heimat in Harrling wieder gefunden.“ Bisher sei das Dorfhaus genutzt worden von Vereinen, Bürgern, Kindern und Jugendgruppen. Die Volkshochschule und die FFW Harrling war bei der 150-Jahrfeier 2025 zu Gast, es wurden Hochzeiten, Weihnachtsfeiern und Geburtstage gefeiert. „Die Nutzung übertrifft alle Erwartungen“, so der Bürgermeister. „Wir haben eine neue Mitte in Harrling und ich möchte allen Menschen Danke sagen, die dieses Projekt mitgetragen haben.
“Anschließend kam Laumer auf einen besonderen Menschen zu sprechen, der von Anfang an hinter dem Projekt gestanden ist und das Ganze vorangetrieben hat. „Er hätte die höchste Freude, gehabt, wenn er das Ganze noch miterleben hätte dürfen: Franz Attenberger, Bauhofleiter der Gemeinde. Leider ist er nicht mehr unter uns.“ Der Gemeinderat habe beschlossen, Attenberger etwas Bleibendes zu widmen: „An der Steinsäule am Wassergrand haben wir nun eine Plakette mit deinem Namen anbringen lassen, die an dich erinnert. Ein Stück weit trägt das Dorfhaus deinen Namen.
Haus wird mit Leben gefüllt werden
Landratsstellvertreterin Alexandra Riedl ergriff das Wort: „Mit der Segnung und der offiziellen Einweihung des neuen Dorfhauses erhält der Ort einen modernen Mittelpunkt, der künftig das gemeinschaftliche Leben in vielfältiger Weise bereichern wird. Meinen Glückwunsch zum gelungenen Dorfhaus.“ Es sei ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Zusammenhalts. „Hier werden Vereine ihre Versammlungen abhalten, Familien Feste feiern, Bürger zusammenkommen und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Kurz gesagt: Dieses Haus wird mit Leben gefüllt werden.“ Ihr Dank galt der Gemeinde als Bauherrin, dem Bürgermeister mit Gemeinderat für die Weitsicht und die Entscheidungen, dem Architekturbüro Schnabel + Partner sowie allen beteiligten Firmen und Handwerkern. „Ein besonderer Dank gilt den Förderstellen, die dieses wichtige Projekt unterstützt haben. Hervorheben möchte ich das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, dessen Förderung einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung des Dorfhauses geleistet hat.“ Vor allem gratulierte sie den Bürgern von Harrling: „Dieses Dorfhaus ist ihre neue gemeinsame Mitte. Möge es stets ein Ort der Offenheit, der Gastfreundschaft und des lebendigen Miteinanders sein.“ Anschließend überreichte sie an Bürgermeister Laumer ein Geschenk des Landkreises.
Etwas Neues beginnt manchmal mit der Stille
Namens des Architekturbüros Schnabel + Partner richtete Eva Fischer ein Grußwort an alle. „Manchmal beginnt etwas Neues mit Stille. Früher war hier ein Ort, an dem sich Menschen getroffen haben. Irgendwann verschwand diese Nutzung, aber der Ort blieb und damit entstand die Frage: Was kann aus einem Ort werden, der einmal voller Leben war? Die Antwort darauf entstand aus Arbeitskreisen, Umfragen und vielen Gesprächen innerhalb der Gemeinde“, so Eva Fischer. „Es sollte wieder ein Ort für die Menschen werden, ein Haus der Gemeinschaft. Und für uns als Architekturbüro wurde die Aufgabe damit im Herbst 2022 immer klarer: Wir wollten kein Gebäude schaffen, das sich in den Vordergrund drängt. Wir wollten einen Rahmen schaffen für das, was hier passieren soll. Kurz gesagt: Für das Leben einer Dorfgemeinschaft.“ So sei im Frühjahr 2024 dann ein Haus in Massivholzbauweise und die markante Rautenfassade entstanden. Im Mittelpunkt stehe der Saal für rund 90 Personen. Die Zusammenarbeit mit der Firma Suttner und mit dem Projektleiter Thomas Haimerl aus Harrling sei schön gewesen, gemeinsam mit seinem Team habe er aus einer architektonischen Idee ein Stück echtes Zimmererhandwerk gemacht, welches nun das Ortsbild trägt.
„Ein Thema aber sollte unbedingt spürbar bleiben: das Wasser. Wo früher ein Freibad war, sollte das Wasser nicht vollständig aus der Geschichte des Ortes verschwinden. Der Fokus lag hierbei auf dem Grand. Mit ihm ist auch die Erinnerung an Franz Attenberger verbunden, denn er hat die Baustelle mit einer Begeisterung begleitet. Er war da, hat sich interessiert, mitgedacht und uns immer wieder spüren lassen, wie sehr er sich auf diesen Ort gefreut hat.“ Eva Fischer bedankte sich beim eigenen Team, ihr Dank galt zudem Bürgermeister Hans Laumer, Geschäftsstellenleiter Fabian Pielmeier, dem Gemeinderat und der Gemeinde Zandt.
Danach folgte die Schlüsselübergabe des Dorfhauses durch Evi Fischer an Bürgermeister Hans Laumer im Beisein von Bauleiter Thomas Haimerl, 2. Bürgermeister Heinz Schweiger und Altbürgermeister Ludwig Klement. Vikar Matthias Tang sprach ein Segensgebet über das Gebäude, besprengte es innen und außen mit Weihwasser. Laumer lud im Anschluss alle zum Mittagessen ein und die „Godlmusikanten“ spielten dabei zünftig auf. Am Nachmittag schloss sich ein „Tag der offenen Tür“ mit Besichtigung des Gebäudes an.
„Tag der offenen Tür“ beim Dorfhaus
Plakette zum Gedenken an Franz Attenberger angebracht
An den Festgottesdienst am Sonntagvormittag, bei dem das Harrlinger Dorfhaus durch Vikar Matthias Tang den kirchlichen Segen erhielt, schloss sich am Nachmittag ein „Tag der offenen Tür“ an, bei der das Gebäude bei Führungen durch Bürgermeister Hans Laumer besichtigt werden konnte. Viele Besucher fanden sich hierzu ein und die Kinder konnten nach Herzenslust auf dem Spielplatz hinter dem Gebäude herumtollen. Die Harrlinger Vereine übernahmen die Bewirtung und für den musikalischen Rahmen sorgten die „Godlmusikanten“ mit schneidiger Musik. An einem Selfiekastl konnten lustige Fotos gemacht werden, die besonders den jungen Besuchern viel Freude bereiteten.
Besondere Aufmerksamkeit aber erweckte der alte steinerne „Wassergrand“ auf dem Vorplatz. Er stand einst vor dem Schollerer-Anwesen gegenüber der Kirche und kam durch Verkauf an die Gemeinde Zandt. Dort lagerte er viele Jahre bei der Kläranlage. Nun aber ist er vor dem Dorfhaus nach Harrling wieder zurückgekehrt. Angebracht ist an ihm eine steinerne Säule, aus der Wasser fließt. An ihr ist zum Andenken an Franz Attenberger aus Harrling – Bauhofleiter der Gemeinde Zandt, dem Hausnamen nach „da Stoariegl Franz“ – eine Plakette angebracht. „Er hatte maßgeblich am Bau des Dorfhauses mit großer Begeisterung mitgewirkt, stand von Anfang an hinter dem Projekt und hat das Ganze vorangetrieben. Er aber ist leider nicht mehr unter uns, ehe das Gebäude fertig war“, bedauerte Bürgermeister Hans Laumer. „Franz hätte die höchste Freude gehabt, wenn er diesen Tag erleben hätte dürfen. Es ist eine bleibende Erinnerung an ihn, wo man innehalten kann und unseren Franz gedenken kann“, so der Bürgermeister. „Denn ein Stück weit trägt das Dorfhaus seinen Namen und um dem Rechnung zu tragen, hatte der Gemeinderat beschlossen, dem Franz mit der Plakette etwas Bleibendes zu widmen.“ Erwähnenswert ist, dass der Festgottesdienst unter anderem auch mit zahlreichen Messintensionen von Familienangehörigen und Freunden zum Gedenken für Franz Attenberger aufgeopfert wurde, wobei auch seine Ehefrau Christine mit der gesamten Familie anwesend war.



















































