Planung für Zandter Ärztehaus läuft
Suche nach Mietern soll demnächst forciert werden – Infos aus der Bürgerversammlung
Kürzlich fand eine Bürgerversammlung im Hotel Früchtl statt. Unter den rund 65 anwesenden Gemeindebürgern begrüßte Bürgermeister Hans Laumer unter anderem Ehrenbürger Manfred Zollner. 30 Personen waren via Internet zugeschaltet.
Laumer ging auf das Wahlergebnis ein und bedankte sich bei den sieben ausscheidenden Gemeinderatsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit. Er hieß die neun neuen Gemeinderäte willkommen, das sind Michael Baumgartner, Peter Filimon, Florian Heigl, Anton Janker, Thomas Kargl, Michael Kräh, Andreas Landstorfer, Martin Schlensog und Johann Vogl.
Wie Laumer informierte, seien weniger Geburten als Sterbefälle zu verzeichnen gewesen, daher falle die Einwohnerstatistik wiederholt leicht negativ aus. Die Gemeinde hatte zum 30. Juni 2.039 Einwohner mit Hauptwohnsitz – das entspreche einem Minus von 22 Einwohnern.
Kreisumlage von zwölf Millionen Euro
Die Finanzkraft der Gemeinde bleibe nach wie vor auf hohem Niveau. Das Rechnungsergebnis für das Haushaltsjahr 2025 weise mit rund 29 Millionen Euro wieder ein sehr hohes Volumen aus. Vor allem die Gewerbesteuereinnahme versetze die Gemeinde weiterhin in die Lage, zu investieren, obwohl die Ausgaben für Personal, den laufenden Betrieb der gemeindlichen Einrichtungen oder Umlagen zuletzt stark gestiegen seien und aktuell so viel wie noch nie betragen würden, so der Bürgermeister.
In 2026 werde die Gemeinde Zandt über zwölf Millionen Euro an den Landkreis Cham zur Finanzierung übergeordneter Aufgaben abführen (Kreisumlage).
Sichtbehinderung für Kreuzung in Wolfersdorf
Kürzlich seien im Rahmen einer Verkehrsschau mit den Fachstellen mögliche Änderungen an der Wolfersdorfer Kreuzung (Staatsstraße 2140) besprochen worden, deren Umsetzung sich jedoch derzeit auf eine Sichtbehinderung ohne baulichen Aufwand beschränken werde.
Immer häufiger wird die öffentliche Ladeinfrastruktur genutzt, berichtete Laumer. In Kürze werde diese dann durch zwei Normalladepunkte am Dorfhaus in Harrling ergänzt. Im vergangenen Jahr wurde die Ladesäule am Kirchplatz 330-mal genutzt. In insgesamt 310 Stunden Ladezeit wurden dort rund 10.500 kWh geladen.
Eine positive Entwicklung zeichne sich auch beim Carsharing-Angebot am Rathausplatz ab: Mittlerweile sei der Neunsitzer über 200-mal gebucht worden und sei über 26.000 Kilometer gelaufen. Der bisherige Verlauf spreche für eine Aufrechterhaltung des Angebots, resümierte Laumer.
Mit der zweiten und letzten Stufe des Breitbandausbaus werden seit Kurzem in der Gemeinde „graue Flecken“ erschlossen. Bei den voraussichtlich bis Sommer 2027 laufenden Arbeiten sollen über 500 Adressen im Gemeindegebiet an das Glasfasernetz des Landkreises angeschlossen werden, das dann von Vodafone betrieben wird. Laumer rief die letzten rund 20 im Gemeindegebiet verbliebenen Eigentümer auf, den durch Bund, Freistaat Bayern, Vodafone und die Kommunen finanzierten Glasfaseranschluss verlegen zu lassen.
Hans Laumer informierte weiter über Aktuelles aus den gemeindlichen Einrichtungen. Demnächst werde die Photovoltaikanlage auf dem Kinderhaus erweitert, um die Eigenstromversorgung für die Wärmepumpe und das Warmwasser zu verbessern. Für den Gemeindebauhof konnte im vergangenen Jahr Martin Egger gewonnen werden, der sich bereits gut eingefunden habe und zukünftig hauptsächlich die Liegenschaften im Blick haben soll. In der Kläranlage wird aktuell Bastian Blasini angelernt, um zukünftig die Stellvertretung übernehmen zu können.
Der Bürgermeister lobte die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Gemeinde. Insbesondere die Senioren erfreuen sich eines vielfältigen Programms, das durch die Seniorenbeauftragten gestaltet wird. Auch die Gemeinde wolle dazu wieder einen Beitrag leisten und lädt die Senioren am 27. Juni zum Seniorennachmittag ins Festzelt nach Wolfersdorf ein. Insgesamt stellte die Gemeinde 2025 rund 70.000 Euro für das Ehrenamt und die Vereine bereit, berichtete Laumer, davon rund 50.000 Euro für die Maibaumständer in Harrling und Zandt sowie 15.000 Euro für die neuen Schießstände der Schatzbergschützen. Gerade in den Vereinen finde ein Großteil des gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde statt. Laumer bedankte sich bei allen Beteiligten, die bei den 18 Veranstaltungen der Ferienfreizeit insgesamt über 400 Kinder nicht nur betreut, sondern mitunter auch begeistert hatten.
Fahrzeugschau der Bundeswehr
Laumer kündigte an, dass der 5. Jahrestag der Patenschaft mit der 7. Kompanie des Versorgungsbataillons 4 am 27. Juni im Rahmen des Gründungsfestes der FFW Wolfersdorf gefeiert werden soll und die Bundeswehr eigens für diesen Anlass auch eine Fahrzeugschau für die Bevölkerung am Festgelände in Wolfersdorf organisieren wird.
Idee: Apotheke mit Drive-in-Autoschalter
Für die nähere Zukunft stünden viele Projekte an: Neben der Baulandschaffung für Wohnen und Gewerbe, dem Radwegeausbau oder auch der 900-Jahrfeier sei auch die ärztliche Versorgung ein großes Thema, das es zu lösen gelte. Dazu berichtete Laumer, dass die Gemeinde zuletzt ein Baugrundstück für das geplante Ärztehaus an der Chamer Straße erwerben konnte und derzeit entsprechende Planungen mit dem Architekturbüro Schnabel & Partner aus Bad Kötzting laufen. Laumer freute sich, verkünden zu können, dass schon ein Zahnarzt gefunden werden konnte, der in das Ärztehaus einziehen werde.
Die Anwesenden konnten sich anhand eines Modells sowie ersten Entwürfen zu den Grundrissen und Ansichten ein Bild vom Ärztehaus machen. Das dreigeschossige Gebäude komme am Hang zu liegen, füge sich gut ins Ortsbild ein und unterteile sich in ein Obergeschoss, ein Erdgeschoss und ein Untergeschoss. Während in den beiden oberen Etagen zwei jeweils rund 240 Quadratmeter große Praxiseinheiten mit Aufzug zur Verfügung stehen sollen, würde sich die etwas kleinere Einheit im Untergeschoss mit Ausrichtung zur Kreisstraße ideal für eine Apotheke, auch mit einem Drive-in-Autoschalter, anbieten. Demnächst sollen die bauvorbereitenden Arbeiten beginnen. Laumer zeigte sich offen für Interessenten und kündigte an, die Suche nach langfristigen Mietern für das Ärztehaus forcieren zu wollen.






